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Landeshauptstadt Stuttgart

Migration

20 Jahre „Bündnis für Integration“ – Festakt im Rathaus

Um „20 Jahre Stuttgarter Bündnis für Integration“ zu feiern, sind am 29. April zahlreiche Gäste aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft im Rathaus zusammengekommen. Der Festakt war Abschluss einer Veranstaltungsreihe; er fand pandemiebedingt erst jetzt statt.

Festakt im Stuttgarter Rathaus (v. l.): Argyri Paraschaki‐Schauer, Alt-OB Fritz Kuhn, OB Dr. Frank Nopper, BM Dr. Alexandra Sußmann, Alt-OB Prof. Wolfgang Schuster, Integrationsbeauftragte Ayse Özbabacan, Integrationsbeauftragter Gari Pavkovic und Alt-BM Werner Wölfle.

Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper erinnerte in seiner Eröffnungsrede an Manfred Rommel. „Manfred Rommel war noch vor der Etablierung des Bündnisses einer der ersten Oberbürgermeister in Deutschland, der sich den Realitäten stellte, welche die Zuwanderung mit sich brachte. Rommel reflektierte auch die Probleme der Zuwanderer, eine Identität zu finden. Und er plädierte nicht für Angleichung, für Assimilation, sondern für Beibehaltung der ursprünglichen Identität und für die Bereitschaft, eine zweite Identität anzunehmen“, so Nopper.

Manfred Rommel sprach auch die Empfehlung aus, „die Gunst der Stunde zu nutzen, an der Steinstraße im Herzen der Stadt unserem Herzensthema Integration mit einem von vielen seit langem angestrebten Haus des Miteinanders der Kulturen einen festen und guten Ort zu geben.“ Ein solches Haus des Miteinanders der Kulturen solle mehrere Profile haben – so etwa ein kulturelles, ein soziales, ein Bildungs- und ein Forschungsprofil.

Nopper weiter: „Menschen jedweder Herkunft sollten dort einander begegnen und zusammenarbeiten können. Es könnte ein Ort des Kennenlernens der Weltkulturen und ein Stadtlabor für eine moderne Stadtgesellschaft des Miteinanders und nicht des Gegeneinanders oder nur des Nebeneinanders sein.“

Zusammenschluss aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft hat sich bewährt

Als „Architekten“ des „Stuttgarter Bündnisses für Integration“ gelten Noppers Vorgänger im Amt: Prof. Wolfgang Schuster und Fritz Kuhn. Sie diskutierten bei einer Podiumsrunde mit der amtierenden Bürgermeisterin für Soziales und gesellschaftliche Integration Dr. Alexandra Sußmann und ihrem Vorgänger Werner Wölfle. Bürgermeisterin Dr. Sußmann betonte: „Die Welt ist in Bewegung. Wichtig ist, dass wir die Stadt krisenfester machen. Dazu braucht es tragfähige Strukturen und personelle Ressourcen, auf die wir bei Bedarf schnell zurückgreifen können.“

Das Bündnis für Integration sei ein gutes Fundament, weil sich der Zusammenschluss aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft bewährt habe. „Wichtig ist, alle mitzunehmen, die Gesellschaft als Ganzes in den Blick zu nehmen. Teilhabe bedeutet, dass sich alle, egal woher sie kommen, ganz egal, wie alt sie sind, ganz egal, ob sie arm oder reich sind, als Teil dieser Stadt fühlen. Daran arbeiten wir“, so Dr. Sußmann abschließend.

Stuttgarter Weg gilt als gelungenes Beispiel für Integrationsarbeit

In Stuttgart leben Menschen aus 185 Nationen. Der Anteil der Bürgerinnen und Bürger mit Migrationshintergrund liegt bei rund 44 Prozent, unter den Jugendlichen hat sogar jeder zweite ausländische Wurzeln. Damit gehört Stuttgart zu den Städten mit dem größten Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland. Umso bemerkenswerter ist, dass der Stuttgarter Weg weit über die Grenzen der Stadt als Beispiel für gelungene Integrationsarbeit gilt.

So hieß es in der New York Times (2015) „Migration war hier schon lange ein Wachstumsmotor und Integration das Fundament des bürgerlichen Stolzes.“ In Stuttgart gilt, dass die eingewanderten Mitbürgerinnen und Mitbürger ganz entscheidend beitragen zum Wohlstand und zur hohen Lebensqualität, welche die Menschen in und um Baden‐Württembergs Hauptstadt genießen.

Zu den Eckpfeilern des Konzepts „Bündnis für Integration“ gehören: Neuzugewanderten das Ankommen zu erleichtern, die Teilhabe und Zusammenhalt gemeinsam zu fördern, die Vielfalt in der Einwanderungsstadt produktiv nutzen und gestalten. Aktuelle Arbeitsschwerpunkte sind der Ausbau der Integrationshilfen für Schutzsuchende aus der Ukraine, ebenso Projekte zur Demokratiebildung und kommunale Strategien zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts, die alle Bevölkerungsgruppen mit und ohne Migrationshintergrund ansprechen.

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Bildnachweise

  • Thomas Niedermüller/LHS
  • Abteilung Integrationspolitik. Foto: Martin Lorenz.
  • PPFotodesign/Leif Piechowski
  • GettyImages/FatCamera