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Landeshauptstadt Stuttgart

Einwohnerbilanz

Bevölkerungsentwicklung 2020

Die Einwohnerzahlen in Stuttgart waren im Jahr 2020 rücklaufig. Am 31. Dezember 2020 waren demnach noch 608.260 Personen mit Hauptwohnung in Stuttgart gemeldet.

Derzeit haben 608.260 Personen ihren Hauptwohnsitz in Stuttgart.

„Die Einwohnerzahl Stuttgarts ist im vergangenen Jahr um 6.339 gesunken. Das ergibt eine aktuelle Auswertung des Statistischen Amts auf Basis des Einwohnermelderegisters. Im Vorjahr war die Einwohnerzahl noch um 234 gewachsen“, sagt Thomas Schwarz, Leiter des Statistischen Amts der Stadt Stuttgart, zur Einwohnerbilanz des vergangenen Jahres.

Der  Statistikatlas und das  Informationssystem des Statistischen Amts bieten weitere Informationen über die Einwohnerentwicklung Stuttgarts sowie seiner Stadtbezirke und Stadtteile.

Deutlicher Einwohnerrückgang durch Wanderungen

Im Jahr 2020 lag der Wanderungssaldo der Landeshauptstadt nun im zweiten Jahr in Folge mit -7.146 im negativen Bereich (2019: -1.099). Die Zahl der Zuzüge sank im Vergleich zum Vorjahr um 8.935 auf 39.977 und die Zahl der Fortzüge um 2.888 auf 47.123. „Es ist davon auszugehen, dass diese außergewöhnlichen Wanderungsverluste vor dem Hintergrund der Corona‐Pandemie insbesondere auf einen gebremsten Zuzug aus dem Ausland und von Studienanfängern sowie der zeitweise getrübten Arbeitsmarktlage zurückzuführen sind“, erklärte Thomas Schwarz.

Weniger Zuzüge aus dem Ausland

Erstmals seit dem Jahr 2008 verlor Stuttgart per saldo Einwohner an das Ausland. So gab es im vergangenen Jahr 674 weniger Zuzüge aus dem Ausland nach Stuttgart als in umgekehrte Richtung. Im Jahr 2019 hatte der Wanderungssaldo mit dem Ausland noch bei +1.972 gelegen. Auch der Wanderungssaldo mit anderen Bundesländern war mit -2.045 deutlich negativ (2019: -285). Die Wanderungsgewinne aus den anderen Bundesländern waren in den 2010er-Jahren bereits stark zurückgegangen. Anfang der Dekade hatten sie noch bei über +1.000 gelegen.

Mit -4.505 blieb auch der Wanderungsverlust der Landeshauptstadt an sein Umland weiterhin hoch (2019: -4.329). Während die Zahl der Zuzüge aus dem Umland nach Stuttgart (11.249) geringfügig abnahm, blieben die Fortzüge (15.754) ungefähr auf Vorjahresniveau. Bereits seit 2015 bewegt sich der Wanderungssaldo mit dem Kreisen der Region Stuttgart um -4.000 jährlich. Um das Jahr 2010 herum waren es durchschnittlich nur zirka -2.000 pro Jahr gewesen.

Mit den übrigen Regionen Baden-Württembergs verzeichnet die Landeshauptstadt insgesamt noch ein geringfügiges Wanderungsplus. So zogen aus diesen Landesteilen per saldo +293 Personen nach Stuttgart (2019: +1.823). Allerdings zählen dabei auch Zuzüge von Migranten, die aus dem Ausland über eine der Landeserstaufnahmestellen nach Stuttgart kommen, mit.

Ende des Jahres 2020 waren 155.717 Personen ohne deutsche Staatsangehörigkeit in Stuttgart mit Hauptwohnung gemeldet. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung betrug somit 25,6 Prozent. Dabei ist die ausländische Bevölkerung erstmals seit dem Jahr 2010 gesunken (-2.169). Ursächlich dafür ist der Rückgang der Zuwanderung von Personen aus dem Ausland.

Geburtenplus zurückgegangen

Die Zahl der Geburten überstieg die der Sterbefälle nur noch um +807 (2019: +1.333), so dass der Beitrag der natürlichen Entwicklung die Bevölkerungsverluste aus dem Wanderungsgeschehen nicht mehr kompensieren konnte.

Im Laufe des Jahres wurden insgesamt 6.256 Kinder geboren (2019: 6.613). Die Geburtenzahlen stiegen zwischen 2012 und 2016 deutlich und sind zuletzt wieder etwas zurückgegangen. Die Zahl der Sterbefälle stieg im Vergleich zum Vorjahr geringfügig und lag mit 5.449 (2019: 5.280) im Vergleich zu den Jahren vor der Jahrtausendwende weiterhin auf niedrigem Niveau. Die jeweilige Infektionslage in den Wintermonaten, Hitzeperioden im Sommer und insbesondere die Altersstruktur der Einwohnerschaft beeinflussen die Anzahl der jährlichen Sterbefälle und führen zu schwankenden Werten. Nur im Januar, April und November lagen die Sterbefälle des Jahres 2020 etwas über den Werten des langjährigen Mittels von 2010 bis 2019. Dazu trugen im Frühjahr und Herbst zum Teil auch die im Zusammenhang mit einer Covid-Erkrankung Verstorbenen bei. Da Sterbefälle erst mit einer gewissen Verzögerung gemeldet und im Register verarbeitet werden, werden Personen, die in der zweiten Hälfte des Dezembers verstorben sind, teilweise erst im Januar des Folgejahres gezählt.

Stärkster Einwohnerverlust in Stuttgart-Mitte

Nur zwei Stadtbezirke, Botnang (+6) und Hedelfingen (+91), konnten im Jahr 2020 Einwohnerzuwächse erzielen. In allen anderen Stadtbezirken gab es Einwohnerverluste. Am stärksten betroffen waren Stuttgart-Ost (-624) und Bad Cannstatt (-909). Relativ zu ihrer Bevölkerungszahl verloren Stuttgart-Mitte (-2,1 Prozent) und Feuerbach (-2,0 Prozent) die meisten Einwohner.