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Landeshauptstadt Stuttgart

Inklusion

Beauftragte für die Belange für Menschen mit Behinderung zu Besuch im Rathaus

Der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung, Jürgen Dusel, und die Beauftragte der Landesregierung Baden-Württemberg für die Belange von Menschen mit Behinderung, Simone Fischer, haben das Stuttgarter Rathaus besucht.

Simone Fischer, Beauftragte der Landesregierung für Menschen mit Behinderung, Jennifer Langer, Beauftragte der Stadt Stuttgart für die Belange von Menschen mit Behinderung, Dr. Alexandra Sußmann, Bürgermeisterin für Soziales und gesellschaftliche Integration und Jürgen Dusel, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung tauschten sich mit Beteiligten des Vorzeigemodells „inklusive Arbeitsplätze bei der Stadt Stuttgart“ aus. (v.l.n.r.)

„Mir sowie der Landeshauptstadt Stuttgart ist es ein Herzensanliegen, die Inklusion in unserer Stadt zu leben und vorzuleben. Inklusion ist ein Menschenrecht.“ Mit diesen Worten hat Dr. Alexandra Sußmann, Bürgermeisterin für Soziales und gesellschaftliche Integration, am 5. Februar den Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung, Jürgen Dusel, und die Beauftragte der Landesregierung Baden-Württemberg für die Belange von Menschen mit Behinderung, Simone Fischer, im Stuttgarter Rathaus willkommen geheißen.

Dusel und Fischer informierten sich bei ihrem Besuch darüber, wie die Stadt Stuttgart inklusive Arbeitsplätze schafft. Die Stadt ist bestrebt, Menschen mit wesentlicher Behinderung, die den Sprung auf den ersten Arbeitsmarkt schaffen wollen, auf Stellen innerhalb der Stadtverwaltung sowie der städtischen Eigenbetriebe zu vermitteln. Das erklärte Ziel ist dabei, sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse zu ermöglichen. Bürgermeisterin Sußmann: „Um dies zu verwirklichen, wollen wir darauf hinwirken, dass der Arbeitsmarkt offen, inklusiv und für Menschen mit Behinderungen gleichermaßen zugänglich ist. Hierzu braucht es Brückenbauerinnen und Brückenbauer zwischen den verschiedenen Institutionen, Stellen und Akteuren.“

Bereits 19 inklusive Arbeitsplätze

Jürgen Dusel sagte: „Ich finde es vorbildlich, wie die Landeshauptstadt Stuttgart Menschen mit Behinderungen Wege bereitet, um die Teilhabe am Arbeitsleben auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Um diesen Fortschritt zu wagen, braucht es gute Ideen und Gestaltungsmut.“

Simone Fischer betonte: „Die Landeshauptstadt Stuttgart nutzt das Potenzial von Menschen mit Behinderungen und zeigt beispielhaft, wie Inklusion im Arbeitsmarkt erfolgreich gelebt werden kann. Das ist in Zeiten des Arbeitskräftemangels nicht nur klug, sondern auch notwendig und fair. Es ist eine Chance, die sich Arbeitgeber nicht entgehen lassen dürfen. Ich gratuliere der Stadt Stuttgart zu diesem Engagement. Sie ist Vorbild für andere Arbeitgeber in Baden-Württemberg und ganz Deutschland."

Die Beauftragte der Stadt Stuttgart für die Belange von Menschen mit Behinderung, Jennifer Langer, stellte die Aktivitäten der Stadt im Einzelnen vor. Der Stuttgarter Gemeinderat habe in den vergangenen Jahren die Möglichkeiten hierfür geschaffen und ausgebaut, sodass bereits 19 inklusive Arbeitsplätze für Menschen mit wesentlicher Behinderung geschaffen werden konnten. Im unlängst verabschiedeten Doppelhaushalt 2024/2025 seien weitere 20 Stellen geschaffen worden.

Ziel unseres Projekts ist es, die Stärken und Ressourcen der Menschen mit Behinderung bestmöglich mit den passenden Aufgaben in der Stadtverwaltung zu ‚matchen‘.

Dr. Alexandra Sußmann, Bürgermeisterin für Soziales und gesellschaftliche Integration

Bürgermeisterin Sußmann sagte: „Unser Prozess zur Förderung inklusiver Arbeitsplätze in der Stadtverwaltung liegt mir auch deshalb so am Herzen, weil wir anderen Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern vorleben, dass wir Absolventinnen und Absolventen der Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren bei uns sozialversicherungspflichtig einstellen.“ Sußmann weiter: „Für diese jungen Menschen sind die Hürden so groß. Mit der Evaluation unseres Prozesses haben wir einen Leitfaden entwickelt, damit sich weitere Arbeitgeber öffnen und das Potenzial dieser jungen Menschen erkennen.“ Der Titel des Leitfadens lautet „Geht doch! Menschen mit Behinderung bereichern unsere Teams!“. Er weist darauf hin, dass das Ergebnis der Evaluation sehr positiv ist.

„Ziel unseres Projekts ist es, die Stärken und Ressourcen der Menschen mit Behinderung bestmöglich mit den passenden Aufgaben in der Stadtverwaltung zu ‚matchen‘. Dann ist es ein Gewinn für alle Seiten“, sagte Bürgermeisterin Sußmann. Sie wies auf den Inklusionspreis für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber hin, den die Stadt ausgelobt hat, um bereits bestehendes Engagement der Arbeitgeber in Stuttgart sichtbar machen. Die Bewerbungsfrist läuft noch bis Ende Februar.

Hintergrund

Seit 2009 ist die UN-Behindertenrechtskonvention für Deutschland verbindlich. Die unterzeichnenden Staaten verpflichten sich unter anderem, dass Menschen mit Behinderung voll und wirksam in die Gesellschaft einbezogen werden und an ihr teilhaben können. Die UN-Behindertenrechtskonvention bekräftigt in Artikel 27 das gleiche Recht aller Menschen, eine realistische Möglichkeit zu haben, ihren Lebensunterhalt durch eine frei gewählte Arbeit zu verdienen. Darüber hinaus ruft die UN-Behindertenrechtskonvention dazu auf, Sonderstrukturen im Bereich Arbeit, wie zum Beispiel Werkstätten für Menschen mit Behinderung, kontinuierlich in inklusive Regelstrukturen zu überführen.

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