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Landeshauptstadt Stuttgart

Kinder

Stuttgart wird stillfreundlicher – Logo im Rathaus angebracht

„Stillen und Wickeln willkommen“ – heißt es ab sofort im Stuttgarter Rathaus. Die Kinderbeauftragte Maria Haller-Kindler hat gemeinsam mit Gudrun Weichselgartner-Nopper, Vorsitzende des Vereins „Stille Not Stuttgart e.V.“, am Freitag, 17. September, im Eingangsbereich des Rathauses ein entsprechendes Logo angebracht.

Gudrun Weichselgartner-Nopper (Mitte) und die Kinderbeauftragte Maria Haller-Kindler (rechts) haben am Rathaus ein Logo zum Still- und Wickelraum angebracht. Mit dabei auch Frank Hofmeister, Geschäftsführer Möbel Hofmeister (links).

Das Piktogramm zeigt eine Mutter mit Baby im Arm. Das Logo soll Müttern und Vätern bei einem Besuch in der Stadt signalisieren: sie sind hier herzlich willkommen und können ihr Baby in Ruhe versorgen. Dafür gibt es im Rathaus einen Still- und Wickelraum, ausgestattet mit allem, was Familien benötigen. Das Logo soll zukünftig möglichst viele Still- und Wickelräume in der ganzen Stadt kennzeichnen und das Unterwegssein für Eltern erleichtern.

Haller-Kindler freut sich über das erste Emblem und sagte am Freitag: „Wer mit einem kleinen Baby in der Stadt unterwegs ist, kennt die Situation: sobald das Baby Hunger hat, braucht man schnellstmöglich einen passenden Platz zum Stillen, Füttern oder Wickeln. Diese wichtigen und notwendigen Orte möchten wir in Stuttgart kenntlich machen und ausbauen.“

Anfragen bei Gastronomie und Handel

Die Koordinatorin der Maßnahme Lisa Buhl (Fachdienst Frühe Hilfen, Jugendamt) erläuterte: „Im ersten Schritt erhalten das Logo alle öffentlichen Einrichtungen, die über eine solche Möglichkeit verfügen. Im Weiteren ist geplant, auch Gastronomie und Handel anzufragen und die Still- und Wickelorte in Stuttgart gemeinsam auszubauen.“ Ab Dezember 2021 sollen die stillfreundlichen Plätze auf der Website „Frühe Hilfen in Stuttgart“ veröffentlicht werden.

Christine Taschinski, die die Maßnahme seitens des Kinderbüros koordiniert, sagte: „Es ist uns ein Anliegen, Vorurteile gegenüber stillenden Frauen abzubauen und der Öffentlichkeit zu signalisieren, dass Stillen überall dazu gehört - auch hier im Rathaus. Familien mit kleinen Kindern wollen wir damit die entspannte Teilhabe am öffentlichen Leben und Kleinkindern ein gesundes Aufwachsen möglich machen.“

Prominente Unterstützung

Mit Gudrun Weichselgartner-Nopper, Vorsitzende des Vereins „Stille Not Stuttgart e.V.“, hat das Vorhaben in Stuttgart zudem eine prominente Fürsprecherin. Sie unterstützt die Initiative tatkräftig. Dank ihres persönlichen Einsatzes wurden von Frank Hofmeister zehn Still-Sessel gespendet, die zukünftig verschiedene öffentlich zugängliche Still- und Wickelräume ausstatten und eine komfortable Sitzgelegenheit zum Stillen bieten. Zum Beispiel am Geschichtsort Hotel Silber oder in der Stadtteilbibliothek in Stuttgart-West.

Zum Start der Aktion stellt Weichselgartner-Nopper über den Verein „Stille Not Stuttgart e.V.“ 250 Geschenktäschchen für Eltern und Kind bereit. Diese erhalten die ersten Gäste, die die neu ausgestatteten Räumlichkeiten zum Stillen und Wickeln nutzen.

Stillende Mütter häufig unsicher im öffentlichen Raum

Stillende Frauen sind häufig unsicher beim Stillen im öffentlichen Raum und haben Sorge vor kritischen Blicken oder negativen Reaktionen. Das zeigen die Recherchen des städtischen Arbeitskreises Hebammenversorgung. Aufgrund von Einschränkungen und fehlender Unterstützung im sozialen Umfeld stillten Mütter weniger oder hörten früher damit auf, so der Arbeitskreis. Dabei schütze die natürliche Ernährungsform die Gesundheit von Kind und Mutter und habe viele positive Effekte. Neben einer unterstützenden Infrastruktur möchte die Stadt deshalb auch die Öffentlichkeit auf die besondere Bedeutung des Stillens aufmerksam machen und dafür sensibilisieren.

Teil des Aktionsplans „Kinderfreundliche Kommune“

Das Vorhaben zum stillfreundlichen Stuttgart ist Teil des Aktionsplans „Kinderfreundliche Kommune“. Dieser wird seit letztem Jahr federführend von dem Fachdienst Frühe Hilfen des Jugendamts auf verschiedenen Ebenen umgesetzt.

Zudem beteiligt sich die Stadt Stuttgart in diesem Jahr erstmalig mit einem Programm an der Weltstillwoche, die vom 4. bis 8. Oktober stattfindet und für alle zugänglich ist. Auch auf Bundesebene wurde im Juli eine Nationale Stillstrategie verabschiedet, die verschiedene Maßnahmen für ein stillfreundlicheres Deutschland vorsieht und damit die Stillförderung nachhaltig verbessert.