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Landeshauptstadt Stuttgart

Sehenswürdigkeiten

Gedenkorte für Opfer des National­sozialismus

In Stuttgarter erinnern verschiedene Gedenkorte und Kunstinstallationen an die Opfer des National­sozialismus - vom Museum über Gedenkstätten bis hin zu „Stolpersteinen“. Sie sind an historischen Orten entstanden und sollen vor rassistischer Ideologie und nationalistischer Diktatur warnen.

Gedenkstätte "Zeichen der Erinnerung" am Stuttgarter Nordbahnhof: Fünf historische Gleise und Prellböcke sind heute stumme Zeitzeugen.

Das Hotel Silber war einst Zentrale der Gestapo für Württemberg und Hohenzollern. Nach der Initiative einer Bürgerbeteiligung wurde es 2018 als Museum und Lernort wiedereröffnet. Die  Dauerausstellung im Hotel Silber widmet sich den Themen Täter und ihre Opfer, der Institution Polizei und ihrer Rolle in den politischen Systemen mehrerer Jahrzehnte.

Die Stauffenberg-Erinnerungsstätte ist eine Ausstellung im Archivbau des Alten Schlosses. Sie ist die einzige ihrer Art, die sich rein den Widerstandskämpfern und Hitler-Attentätern Berthold und Claus Schenk Graf von Stauffenberg widmet.  Besucher finden in der Erinnerungsstätte neben historischen Dokumenten auch persönliche Gegenstände der Familie Stauffenberg.

Die Gedenkstätte Killesberg und die Gedenkstätte „Zeichen der Erinnerung“ erinnern daran, dass die Gestapo von diesen Orten in den Jahren 1941 und 1942 mehr als 2000 Jüdinnen und Juden sowie Sinti und Roma aus Stuttgart und Südwestdeutschland deportierte.  Der Sammelplatz vor den Deportationen war auf dem Killesberg, wo heute ein großer kreisförmiger Stahlring im Boden an diese systematische Ermordung erinnert. Vom Stuttgarter Nordbahnhof aus starteten die Züge Richtung Theresienstadt, Auschwitz, Riga und Izbica. Fünf historische Gleise und Prellböcke sind heute stumme Zeitzeugen. Um sie herum ist die  Gedenkstätte „Zeichen der Erinnerung“ entstanden.

Eine andere Form der Erinnerung sind die sogenannten "Stolpersteine", die im Stuttgarter Stadtgebiet verteilt sind. Die zehn mal zehn Zentimeter großen Steine sind eine besondere Idee. Normalerweise ist ein Stolperstein ein schlecht eingefügter Stein in einem Gehweg. Wer aber die glänzende Messingplatte auf dem Boden entdeckt, bleibt stehen, um die Inschrift zu lesen. Die Passanten erfahren so, dass hier einst ein Mensch lebte, der Opfer der Nationalsozialisten wurde. Seit 1996 verlegt der Künstler Gunter Deming europaweit seine „Stolpersteine“ und kämpft auf diesem Weg gegen das Vergessen der Nazi-Gräueltaten an.  Über 500 Stolpersteine gibt es mittlerweile auch in Stuttgart.

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