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Corona-Pandemie

Inszeniertes Video vom Testzentrum Cannstatter Wasen in Umlauf - Leitender Arzt: „Spiegelt die Wirklichkeit nicht wider“

Auf verschiedenen Plattformen im Internet taucht derzeit ein gestelltes Video auf, das Aufnahmen vom Corona-Testzentrum Cannstatter Wasen zeigen soll.

Auf dem Video sind angeblich offenstehende Müllcontainer mit gebrauchter Schutzkleidung zu sehen, die auch auf dem Boden verstreut liegt. Das Testzentrum teilt mit, dass es sich bei dem Video um eine Inszenierung unbekannter Dritter handelt.

Der leitende Arzt, Dr. Hans-Jörg Wertenauer, sagte am Freitag, 30. Oktober: „Ich bin wirklich sauer, dass uns dieses Video in einem schlechten Licht erscheinen lassen soll. Das Video ist gefaked und spiegelt die Wirklichkeit nicht wider.“

Wie Wertenauer erklärt, haben Mitarbeitende des Testzentrums sowie der Sicherheitsfirma am Samstag, 17. Oktober, eine Person dabei beobachtet, wie sie sich an den Müllcontainern zu schaffen gemacht und dort gefilmt hat. Als sie die Person ansprachen, ist diese geflüchtet. „Meine Mitarbeiter haben die Müllcontainer so unordentlich vorgefunden, wie es auf dem Video angeblich dokumentiert ist, und den Müll unverzüglich aufgeräumt“, so Wertenauer.

Das Testzentrum hat nach Auftauchen des Videos die Schutzmaßnahmen überprüft und alle Mitarbeitenden nochmals sensibilisiert. „Es gab keine durch uns verursachte offenstehende Müllcontainer oder verstreute Kleidung“, betonte der leitende Arzt. Richtig sei aber, dass der Müll an diesem Tag fälschlicherweise nicht wie vorgeschrieben entsorgt wurde. Wertenauer: „Normalerweise muss die möglicherweise kontaminierte Schutzausrüstung in reißfesten Müllsäcken verstaut und verschlossen in den Restmüll gepackt werden. Dass das nicht so war, geht auf unsere Kappe und haben wir intern geklärt. Dennoch haben Unbefugte an unserem Inventar nichts zu suchen.“

Prof. Stefan Ehehalt, Leiter des Gesundheitsamts, sagte: „Das Corona-Testzentrum Cannstatter Wasen leistet eine wichtige und unverzichtbare Arbeit. Ein solcher Einsatz des leitenden Arztes und dessen Team vor Ort ist gerade jetzt, wo die Corona-Zahlen wieder steigen, umso wertvoller. Zahlreiche (Hygiene-)Maßnahmen werden ergriffen, um sowohl die Testpersonen als auch die Mitarbeiter zu schützen. Ich fände es sehr schade, wenn eine solche für uns alle essenzielle Institution in Verruf gerät.“