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Landeshauptstadt Stuttgart

Kulturpreise und Stipendien

Hannsmann-Poethen Literaturstipendium

Das Hannsmann-Poethen-Literaturstipendium ist ein bundesweit einmaliges Tandem-Stipendium. Die Landeshauptstadt Stuttgart verleiht es an eine Autorin oder einen Autor sowie eine Künstlerin oder einen Künstler einer anderen Sparte, die gemeinsam ein literarisch-künstlerisches Projekt in Stuttgart umsetzen.

Das interdisziplinäre Stipendium setzt sich über Genre-Grenzen hinweg und bringt Literatur mit anderen Kunstformen wie Bildende Kunst, Musik, Theater, Film oder Neue Medien zusammen. Durch diese innovative, spartenübergreifende Zusammenarbeit soll nicht nur die literarische, sondern die gesamte Kunst- und Kulturszene weiter belebt und für neue, ungewohnte Erfahrungen geöffnet werden. Die Idee des Stipendiums wurde durch das Autorenpaar Margarete Hannsmann und Johannes Poethen angeregt, das gemeinsam in Stuttgart lebte und arbeitete. Ihr großes Interesse für andere Kunstrichtungen, wie Musik und Bildende Kunst, fand Eingang in ihre Arbeit, die sich kritisch mit politischen Entwicklungen und dem Zeitgeist auseinandersetzt.

Das Hannsmann-Poethen-Literaturstipendium der Stadt Stuttgart wird im zweijährigen Turnus vergeben. Es umfasst insgesamt 15.000 Euro und stellt den Stipendiatinnen und Stipendiaten bei ihrem dreimonatigen Aufenthalt in Stuttgart jeweils ein eigenes Wohn- und Arbeitsstudio sowie ein Projektbudget in Höhe von maximal 9.000 Euro zur Verfügung. Partner des Stipendiums sind das  GEDOK-Haus sowie das  Stuttgarter Schriftstellerhaus.

Stipendium 2020: Daphne Dragona und Sofia Dona

Für 2020 wurde das Stipendium an die Autorin Daphne Dragona und die Künstlerin Sofia Dona für ihr transdisziplinäres Projekt „Macho Sounds / Gender Noise“ verliehen. Das Projekt wird im Rahmen des  Festivals TANZPAKT Stuttgart - DIE IRRITIERTE STADT aufgeführt. Über die Vergabe entschied eine Fachjury. Um das Stipendium hatten sich 66 Künstler-Tandems beworben.

Daphne Dragona

Daphne Dragona ist Autorin und Kuratorin. In ihrer Arbeit beschäftigt sie sich mit künstlerischen Praktiken und Methoden, die zeitgenössische Machtformen herausfordern. Ihr aktuelles Interesse gilt offenen, experimentellen und kollaborativen Formaten in Forschung, Texten und künstlerischer Produktion.

 Homepage der Künstlerin


Sofia Dona

Sofia Dona ist Künstlerin und Architektin. Sie studierte Architektur an der Nationalen Technischen Universität in Athen und Kunst im Öffentlichen Raum und neue künstlerische Strategien an der Bauhaus-Universität Weimar. Ihre Installationen, Videoarbeiten, Interventionen und Performances beschäftigen sich mit sozialen, wirtschaftlichen und politischen Fragen. Dabei hinterfragt sie insbesondere etablierte Alltagsvorstellungen, die Phänomene der Vertreibung und die architektonischen Symbole der Macht.

 Homepage der Künstlerin

Begründung der Jury

„Das Gender-Thema ist derzeit in aller Munde; Daphne Dragona und Sofia Dona trotzen ihm einen spannenden, bisher noch unberücksichtigten Aspekt ab“, so die Begründung der Jury für ihre Entscheidung. „Man darf gespannt sein, welche geschlechtsspezifischen Sounds sie aufstöbern, und wie die Stipendiatinnen in ihrer begehbaren Kunstinstallation jene von Designerinnen und Designern konstruierten Klänge erlebbar machen, die unsere Wahrnehmung womöglich stärker prägen als geahnt. Das Vorhaben ist in der Autostadt Stuttgart genau richtig angesiedelt.“

Weiter heißt es: „Daphne Dragona überzeugt mit ihrer Wahl der Gattung, des Essays - die literarische Gattung der Gegenwart: assoziativ - offen - subversiv. Sie ist radikal in ihren neuen Formen, sie unterwandert das festgefügte Denken, sie schafft Freiräume und Freiheiten. Sofia Dona punktet zudem mit ihren ausgesprochen interdisziplinären, oft ortsspezifischen Arbeiten, die etablierte Alltagsvorstellungen verzerren und sowohl entlarvend als auch poetisch sind.“

Kulturamt

Eva-Maria Rembor

Mitarbeiterin Kulturamt - Abteilung Kulturförderung

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