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Landeshauptstadt Stuttgart

Presse

Corona: Stadt schließt vorsorglich Kita – Infektionen mit mutiertem Virus nachgewiesen

Folgefälle werden untersucht – Bürgermeisterin Fezer: „Eltern sollen prüfen, ob Not-Betreuung zwingend ist“

Die Landeshauptstadt Stuttgart hat die Kita eines freien Trägers vorübergehend geschlossen. Grund dafür sind fünf Corona-Infektionen von Kindern und Elternteilen sowie einer Erzieherin.

In drei Fällen ist eine Ansteckung mit einer Virusvariante festgestellt worden. Es wird aktuell ermittelt, um welche Mutationen es sich handelt, und ob es Folgefälle gibt.

Die Kita ist nach Absprache mit dem Landesgesundheitsamt bis auf Weiteres geschlossen worden. Weitere Entscheidungen hängen vom Infektionsgeschehen ab, wie die Verwaltung am Montag, 8. Februar, mitteilte.

Der Leiter des städtischen Gesundheitsamts, Prof Stefan Ehehalt, erläuterte: „Es überrascht nicht, dass derzeit auch in Stuttgart und Umgebung immer mehr Infektionen mit den Mutationen auftreten. Das Virus hat sich verändert und deshalb hat das Land auch einige Schutzmaßnahmen entsprechend angepasst. Auf dieser Basis ist die gesamte Einrichtung vorsorglich geschlossen worden.“ Der Mediziner beobachtet die Weiterentwicklung des Virus mit Sorge. „Durch die Veränderung kann sich das Virus leichter verbreiten. Damit wird die Pandemie erneut an Fahrt aufnehmen. Es ist gut, dass wir durch die Sequenzierung der Proben mehr und mehr sagen können, wo neuartige Virusvarianten unterwegs sind. Und es ist auch gut, dass uns die eingeübten Maßnahmen – also Abstandhalten, Maske, Händehygiene und Lüften – vor einer Ansteckung schützen“, so Ehehalt weiter.

Das Gesundheitsamt hat umgehend allen Kindern, Eltern und Mitarbeitenden der Einrichtung ein neuerliches Testangebot gemacht. Ziel ist es, mögliche Folgefälle zu erkennen und die Ausbreitung zu unterbinden. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitsamts stehen mit den positiv getesteten Personen im engen Austausch über den Krankheitsverlauf.

Im Stadtgebiet sind bislang 22 Fälle mit mutierten Coronaviren festgestellt worden, 16 entfallen auf die britische, vier auf die südafrikanische und eine auf die dänische Variante. Eine Mutation konnte nicht zugeordnet werden. Aktuell sind in Stuttgart 596 Person infiziert und damit ansteckend. In der vergangenen Woche sind 342 neue Infektionen gemeldet worden. Dies entspricht einer 7-Tage-Inzidenz von 53,8 Fällen je 100.000 Einwohnern. In 30 Kita-Einrichtungen sind seit Beginn des Jahres Infektionen mit dem Coronavirus aufgetreten, üblicherweise werden nur die jeweiligen Gruppen der Notbetreuung unter Quarantäne gestellt, die ganze Einrichtung wird geschlossen, wenn mutierte Viren nachgewiesen werden.

Die Bürgermeisterin für Jugend und Bildung, Isabel Fezer sagte: „Ich bin froh, dass das Gesundheitsamt durch Nachverfolgung und Sequenzierung in der Lage ist, Infektionen durch mutierte Viren rasch zu erkennen. Dadurch können weitere Ansteckungen vermieden werden. Es wird deutlich, dass auch Kitakinder nicht sicher vor einer Infektion sind und ansteckend sein können. Umso wichtiger ist es, dass Eltern die Notbetreuung in den Kitas und in den Schulen wirklich nur in Notfällen in Anspruch nehmen.“ Die Bürgermeisterin merkte kritisch an, dass in Kitas teilweise über 50% der Kinder in Betreuung seien. „Diese Inanspruchnahme sehen wir mit Sorge, dieses Ausmaß höhlt den Zweck der Schließung aus. Aus Infektionsschutzgründen sollten Eltern daher immer sehr genau prüfen, ob die Notbetreuung aus beruflichen oder im Sinne der Kinder aus sozialen Gründen wirklich zwingend sind. Hierbei sind natürlich auch die Arbeitgeber gefragt, den Eltern den Freiraum zu geben, den sie dringend brauchen zur Betreuung ihrer Kinder“, so Fezer abschließend.