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Landeshauptstadt Stuttgart

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Jugendliche im öffentlichen Raum

Gefährdet oder gefährlich? Die gesellschaftliche Wahrnehmung von Jugendlichen im öffentlichen Raum bewegt sich zwischen diesen Polen. Zugleich ist der öffentliche Raum für Jugendliche auch ein Lernort beim Erwachsenwerden.

Kinder in der Wiesenstraße, heute Reichenbachstraße im Veielbrunnenviertel in Bad Cannstatt, um 1920

1952: Jugendliche und Teenager-Gruppen im öffentlichen Raum stehen unter Beobachtung, insbesondere nach Anbruch der Dunkelheit und wenn Alkohol mit im Spiel ist. Das ist schon in den 1950er-Jahren so, als 1952 das „Gesetz zum Schutze der Jugend in der Öffentlichkeit“ verabschiedet wird. In Stuttgart etwa liegt ein „Gefahrenpunkt […] im Herumtreiben insbesondere zur Nachtzeit auf dem Hauptbahnhof und in den Anlagen“. In der Innenstadt gelten Spielhallen sowie „zweifelhafte Nachtlokale und Tanzbars“ als „Kontaktorte von Dirnen und amerikanischen Soldaten“ und teils als „Brutstätten der Jugendkriminalität“, aber auch Klubs wie der Jazzkeller als anrüchig. Die dort übliche „Schummerbeleuchtung unterstreicht den Gefährdungscharakter“.  

Mit Sorge wird zudem der Ausschank „‘scharfer‘ Getränke“ gesehen. Durch „schamloses Verhalten von Pärchen“ rücken Freibäder in den Blick des Jugendschutzes, ebenso das jährliche Faschingstreiben auf der Königstraße und das Volksfest nach 20 Uhr. Wegen jugendgefährdender Schriften und Filme nehmen die Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeiter des Jugendschutzes in Kooperation mit dem „polizeilichen Jugendschutztrupp“ Kinos und Leihbüchereien ins Visier. Hier setzt das Jugendamt verstärkt auf Aufklärung, erzieherische Angebote und auf den Ausbau der Jugendbüchereien, insbesondere in den Jugendhäusern. 

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