Kindertagespflege in Stuttgart

Betreuung in Kindertagespflege ab 18.05.2020 - Änderung der Corona-Verordnung

Liebe Eltern von Kindern in Kindertagespflege in Stuttgart, liebe Tagespflegepersonen,

das Land Baden-Württemberg hat mit einer Änderung der Corona-Verordnung die Voraussetzungen geschaffen, um die Betreuung in Kindertagespflege schrittweise wiederaufzunehmen.

Dabei müssen die Grundsätze des Infektionsschutzes gewahrt werden (s. untenstehende Datei "Schutzhinweise"). Die Betreuung muss in konstant zusammengesetzten Gruppen stattfinden; es ist nicht zulässig, dass ein durch die Pflegeerlaubnis vorgesehener Platz zwischen Kindern geteilt wird.

Achtung: Derzeit ist noch in Klärung, wie viele Kinder unter welchen Voraussetzungen in Großtagespflegestellen betreut werden können.

Es braucht etwas Zeit für die Beteiligten (Jugendamt, freie Träger und Tagespflegepersonen), das Vorgehen zu organisieren bzw. die Voraussetzungen für die wieder geöffnete Betreuung zu schaffen. Wir bemühen uns sehr, baldmöglichst gute Abläufe zu organisieren, so dass Ihr Kind schnellstmöglich wieder betreut werden kann.

Durch die besondere Situation in der Corona-Zeit ist es möglich, dass Ihr Kind auch zum jetzigen Zeitpunkt und trotz der weiteren Öffnung der Betreuungsmöglichkeiten in der Kindertagespflege noch nicht wieder bei Ihrer Tagesmutter aufgenommen werden kann. Dies kann sich aufgrund von Vorrang von Notbetreuungsfällen ergeben, ebenso wie durch das Verbot von Platz-Sharing oder aus Gründen des Infektionsschutzes. Zudem wird die Betreuung schrittweise wiederaufgenommen. Wir bitten Sie in diesen Fällen um Ihr Verständnis, dass noch keine komplette Rückkehr zur früheren Normalität möglich ist.

Bei Bedarf an Notbetreuung bitten wir Sie in der Zwischenzeit weiterhin Ihre Anmeldung zur Notbetreuung direkt dem Jugendamt zukommen zu lassen (Hinweise dazu siehe Seite 2 und 3 in der nachfolgenden Datei "Vorgehen zur Betreuung").

Hinweise und Antragsformulare:
Vorgehen zur Betreuung in Kindertagespflege während COVID19, Stand 19. Mai 2020 (PDF)
Schutzhinweise Kinderbetreuung während COVID19, Stand 14. Mai 2020 (PDF)
Anmeldung zur Notbetreuung in Kindertagespflege während COVID19 (PDF)
Unabkömmlichkeitsbescheinigung für Fallgruppe a Kindertagespflege (PDF)
Präsenz- und Unabkömmlichkeitsbescheinigung für Fallgruppe b Kindertagespflege (PDF)

Was ist Kindertagespflege?

Den Ursprung der Kindertagespflege bildet die Betreuung des eigenen Kindes mit weiteren Kindern im eigenen Haushalt. Heutzutage sind neben diesem traditionellen Modell auch weitere anerkannt: Betreuung durch eine Kinderfrau/-mann im Haushalt der zu betreuenden Kinder oder die Betreuung von bis zu 9 Kindern in einer so genannten Großtagespflege durch mehrere Tagesmütter/-väter. Die Betreuung von Kindern durch eine Tagesmutter/-vater stellt ein gleichrangiges Angebot zu einem Betreuungsangebot in einer Kindertagesstätte dar. Beide Betreuungsformen haben den gesetzlichen Auftrag der Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern. Kinder im Alter zwischen 0 bis 14 Jahren können durch eine Tagesmutter/-vater betreut werden. Dabei kann diese Betreuung auch als Ergänzung zur Kita oder Schule genutzt werden. Die Betreuungszeiten des jeweiligen Kindes kann flexibel mit der Tagesmutter/-vater abgestimmt werden. Die Besonderheit in der Betreuung liegt in der geringen Gruppengröße von maximal 5 Kindern durch eine feste Bezugsperson. 

Auf einen Blick:

  • flexibles Betreuungsangebot in Absprache mit der Tagesmutter/ -vater
  • ergänzendes Betreuungsangebot zur Kita oder Schule für Kinder bis zu einem Alter von 14 Jahren
  • Betreuung in Kleingruppen
  • familienähnliche Strukturen
  • Betreuung von Kindern vorwiegend im Alter von 0 bis 3 Jahren

Die Tätigkeit als Tagesmutter/-vater

Die Betreuung von Kindern als Tagesmutter/-vater ist eine anspruchsvolle und vielseitige Tätigkeit. Dabei entscheidet die/der Tagesmutter/-vater selbst, wie viele Kinder sie/er betreuen möchte und in welchem zeitlichen Rahmen und in welcher Betreuungsform. Die Ausgestaltung des pädagogischen Konzeptes obliegt der/dem Tagesmutter/-vater. In der Qualifikation werden Sie intensiv auf die Betreuung von Kindern vorbereitet und begleitet.

In 7 Schritten zur/zum qualifizierten Tagesmutter/-vater:

  1. Teilnahme an einer Informationsveranstaltung
  2. Ersteinschätzung der Eignung in Form eines Vorgesprächs und Hausbesuchs
  3. Teilnahme am Qualifizierungskurs 160 Unterrichtseinheiten und begleitendes Praktikum
  4. Eignungseinschätzung und -überprüfung für die Tätigkeit als Tagespflegeperson und Erteilung der Pflegeerlaubnis durch das Jugendamt
  5. Eröffnen der eigenen Kindertagespflegestelle
  6. Teilnahme am tätigkeitsbegleitenden Qualifizierungskurs 140 Unterrichtseinheiten
  7. Abschluss der Qualifizierung
Werden Sie Tagesmutter oder Tagesvater in Stuttgart (PDF)

Weitere Informationen: www.prokindertagespflege-stuttgart.de/

Einkommen
Tagesmütter/-väter gehen in der Regel einer selbstständigen Tätigkeit nach. Durch die Qualifizierung und die Beratung durch die Fachberatungen der freien Träger wird ihnen das möglichst leichtgemacht. Durch das Jugendamt erhalten sie im Regelfall eine öffentliche Förderung, die ihre Einnahmen kalkulierbar macht: Errechnet werden sie pro Kind pro Stunde. Weiterhin erhalten Tagesmütter/-väter beispielsweise eine überdurchschnittliche Versicherungsleistung. All diese Vorteile bieten Ihnen eine sichere und planbare Tätigkeit als Tagesmutter/-vater.

Das Team der Dienststelle Kindertagespflege des Jugendamtes steht Ihnen für folgende Anliegen zur Verfügung:
  • Erstattung von Beiträgen zur Sozialversicherung
  • Öffentliche Förderung für die Betreuung von Kindern in Kindertagespflege
  • Freiwillige Leistung der Stadt (beispielsweise Mietkostenzuschuss für Großtagespflegen)
  • "Erlaubnis zur Kindertagespflege" (§43 SGB VIII), kurz "Pflegeerlaubnis"
Liste mit Ansprechpartnern in der Kindertagespflege (PDF)
DSGVO Informationsblatt zur Kindertagespflege (PDF)

Für interessierte Eltern

Die Fachberatungen der Tagesmutterbörse des Caritasverband Stuttgart e.V. oder des Vereins Tagesmütter und Pflegeeltern e.V. beraten und informieren Sie zu folgenden Themen:

  • Suche nach der passenden Tagesmutter/-vater
  • Vorbereitung der Kontaktaufnahme
  • Privatrechtlicher Betreuungsvertrag
  • Eingewöhnungszeit
  • Versicherungsschutz
  • Pädagogische Themen und Fragen
  • Kinder mit besonderem Betreuungsbedarf
Weitere Informationen:
Caritas - Tagesmütterbörse
Tagesmütter und Pflegeeltern Stuttgart e.V.

Das Bundesprogramm Kindertagespflege

 Das Jugendamt der Landeshauptstadt Stuttgart ist einer von 48 Modellstandorten für das Bundesprogramm "ProKindertagespflege: Wo Bildung für die Kleinsten beginnt.", welches ein Programm des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) ist.

Seit Februar 2020 qualifiziert das Jugendamt gemeinsam mit seinen beiden Kooperationspartnern angehende Tagesmütter und Tagesväter nach dem kompetenzorientierten Qualifizierungshandbuch (QHB) in der Kindertagespflege.

Durch die Teilnahme am Bundesprogramm setzt das Jugendamt mit den Kooperationspartnern, die Tagesmütterbörse des Caritasverband Stuttgart e.V. und der Verein Tagesmütter und Pflegeeltern Stuttgart e.V., auf den qualitativen Ausbau von Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren. Angehende Tagesmütter und Tagesväter werden jetzt umfangreicher und praxisnah in den Themen der Frühpädagogik qualifiziert.

Im ersten Teil der Qualifizierung werden die Kursteilnehmer/innen auf ihre Rolle und Tätigkeit als Tagesmutter/-vater vorbereitet und erproben sich in verschiedenen Praktika. Neben der Beurteilung fachlicher Kompetenzen findet durch das Jugendamt auch eine Einschätzung der persönlichen Eignung für die Tätigkeit als Tagesmutter/-vater statt, die in regelmäßigen Abständen überprüft wird.

Ab diesem Zeitpunkt werden die ersten eigenen Tageskinder betreut und zeitgleich besucht die Tagesmutter/-vater den zweiten Teil der Qualifizierung. Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Teilnehmer/innen das bundesweit anerkannte Zertifikat des Bundesverbandes Kindertagespflege e.V. und zusätzlich eine Prämie von 400 Euro.

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Prokindertagespflege

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