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Landeshauptstadt Stuttgart

Stadt- und Freiraumentwicklung

Nachhaltiges Bauflächenmanagement Stuttgart

Ziel der Landeshauptstadt Stuttgart ist es, den Flächenverbrauch zu reduzieren und dennoch genügend Bauflächen für Wohn‐ und Gewerbenutzung zur Verfügung stellen zu können. Dies gelingt, wenn die Flächenpotenziale innerhalb der Stadt identifiziert werden, die für eine Bebauung oder Umnutzung geeignet sind.

Die Fläche im Europaviertel (S21 Teilgebiet A1) wird im Rahmen des NBS bebaut.

Die Landeshauptstadt Stuttgart hat 2001 ein Nachhaltiges Bauflächenmanagement Stuttgart (NBS) eingeführt. Es wird zum Beispiel bei Brachflächen, untergenutzte Flächen und Gebiete, die baulich ergänzt werden können, genutzt – gemäß dem Motto: „Innenentwicklung vor Außenentwicklung“. Hinter dem NBS verbirgt sich eine Informationsplattform, die Potenziale der Wohn‐, Gewerbe‐ und Gemischten Bauflächen systematisch erfasst. Die Stadtverwaltung hat damit immer einen aktuellen Überblick über die Innenentwicklungspotenziale und kann aktiv und gezielt die Entwicklung einzelner Flächen vorantreiben.

Potenzialflächen im Sinne des NBS

Das NBS spricht ausdrücklich von Bauflächenpotenzialen und nicht von baureifen Grundstücken. Die Identifizierung einer im Flächennutzungsplan dargestellten Baufläche als Potenzial erfolgt unabhängig von bestehendem Planungsrecht, den Eigentumsverhältnissen oder auch Flurstücksgrenzen. Im Zuge einer konkreten Entwicklung/Nutzung müssen dann die vorhandenen Rahmenbedingungen individuell bestimmt und eine Herangehensweise festgelegt werden. Häufig müssen zunächst Entwicklungshemmnisse beseitigt werden, um Flächen marktfähig zu machen. Dazu gehört beispielsweise, dass die rechtlichen Voraussetzungen für eine neue Nutzung geschaffen, die Bereitschaft der Eigentümer ausgelotet sowie mögliche Investoren gesucht werden.

Derzeit umfasst die Informationsplattform circa 400 Areale mit 836,2 Hektar Potenzialfläche (Stand Februar 2021). Die NBS-Internetplattform dient hierbei zur Veröffentlichung ausgewählter Bauflächenpotenziale.

Hinweis! Aufgrund einer grundlegenden Aktualisierung und Umstrukturierung steht die NBS-Internetplattform zur Zeit leider nicht zur Verfügung.

Das NBS ist damit ein wesentlicher Baustein bei der Umsetzung des Ziels des Flächennutzungsplans Stuttgart, der konsequent auf eine nachhaltige Stadtentwicklung und eine Stärkung der Innenentwicklung setzt.

Das NBS – ein wichtiger Baustein der Innenentwicklung

Die Plattform NBS bündelt Informationen und dient dem täglichen Informationsaustausch bei der Umsetzung von Planungsprojekten. Damit ist sie ein zentrales Planungsinstrument, um die nachhaltige Entwicklung in Stuttgart zu fördern. 

Nachhaltig bedeutet, die Innenentwicklung im Sinne einer Flächenkreislaufwirtschaft zu fördern, die Nutzungsmischung von Wohnen, Arbeiten und Infrastruktur zu fördern, sowie zentrale Lagen und Standorte im Einzugsbereich von S- und Stadtbahnhaltestellen aufzuwerten. Dabei sollen im Zuge einer doppelten Innenentwicklung eine optimale städtebauliche Dichte gesichert und die landschaftsplanerischen Aspekte ausreichend berücksichtigt werden. 

Der Gemeinderat wird regelmäßig über den aktuellen Stand des NBS durch einen Lagebericht informiert. Der aktuelle Lagebericht 2018 zeigt, dass die Anzahl der Bauflächenpotentiale trotz hoher Bautätigkeit und Entwicklungsmaßnahmen in Stuttgart konstant auf dem Niveau von 2015 geblieben ist. Insgesamt bestätigen die Zahlen die Aussage, dass es sich bei der Stuttgarter Innenentwicklung weitgehend um ein Kreislaufsystem handelt und neue Potenzialflächen "nachwachsen".

Der Zeitdruck für die kurzfristige Bereitstellung von Bauflächenpotentialen ist momentan sehr groß und wird durch den gleichzeitigen Rückgang der kurz- bis mittelfristig verfügbaren NBS-Flächen für Wohnen und Gewerbe verschärft. Große Konversionsflächen wie die S21-Areale, als auch Flächen, die aufgrund des Strukturwandels im Energiebereich frei werden, stehen eher langfristig für eine Entwicklung zur Verfügung.

Um Angebot und Nachfrage nach Bauflächen wieder einander anzunähern, ist eine Strategie zum aktiven Flächenankauf erforderlich. Gleichzeitig gilt es, ein aktives Flächenentwicklungsmanagement zu betreiben und ausreichend finanzielle und personelle Ressourcen zur Flächenaktivierung zur Verfügung zu stellen.