Inhalt anspringen

Landeshauptstadt Stuttgart

Kulturpreise und Stipendien

Hannsmann-Poethen Literaturstipendium

Das Hannsmann-Poethen-Literaturstipendium ist ein bundesweit einmaliges Tandem-Stipendium. Die Landeshauptstadt Stuttgart verleiht es an eine*n Autor*in sowie eine*n Künstler*in einer anderen Sparte, die gemeinsam ein literarisch-künstlerisches Projekt in Stuttgart umsetzen.

Das bundesweit einmalige Tandem-Stipendium wurde durch das Autorenpaar Margarete Hannsmann und Johannes Poethen angeregt.

Das Stipendium

Das Hannsmann-Poethen-Literaturstipendium der Stadt Stuttgart wird im zweijährigen Turnus vergeben. Das interdisziplinäre Stipendium sprengt Genregrenzen und bringt Literatur mit anderen Kunstformen (Kunst, Musik, Theater, Film, Neue Medien etc.) zusammen. Durch diese spartenübergreifende Zusammenarbeit soll nicht nur die literarische, sondern die gesamte kulturelle Szene weiter belebt und für neue, ungewohnte Erfahrungen geöffnet werden.

Das Stipendium umfasst insgesamt 15.000 Euro und stellt den Stipendiat*innen bei ihrem dreimonatigen Aufenthalt in Stuttgart jeweils ein eigenes Wohn- und Arbeitsstudio sowie ein Projektbudget in Höhe von maximal 9.000 Euro zur Verfügung.

Die Idee des Stipendiums wurde durch das Autorenpaar Margarete Hannsmann und Johannes Poethen angeregt, das gemeinsam in Stuttgart lebte und arbeitete. Ihr großes Interesse für andere Kunstrichtungen, wie Musik und bildende Kunst, fand Eingang in ihre Arbeit, die sich kritisch mit politischen Entwicklungen und dem Zeitgeist auseinandersetzt.

Impressionen aus den letzten Jahren

Das Projekt „Macho Sounds / Gender Noise“ von Sofia Dona und Daphne Dragona in der Staatsgalerie Stuttgart (2020).
Wie beeinflussen die Geräusche von Autos Konstruktionen und Wahrnehmungen von Geschlecht? Wird die Stimme des Autos der Zukunft weiblich sein und was bedeutet das? „Macho Sounds / Gender Noise“ näherte sich dem Auto als Beispiel für eine mächtige Maschine und eine patriarchalische Technologie. Es untersuchte dessen Erscheinungsformen in der Vergangenheit und seine Projektionen in die Zukunft.
Menschliche Imitationen von Automotoren, Stimmen virtueller Assistenten, maschinell geschriebene Texte und kinetische Skulpturen fügten sich in der Ausstellung zu einer individuellen Installation zusammen, die die Vergeschlechtlichung des Autos auf symbolischer und materieller Ebene offenlegt und diskutiert. Das Projekt „Macho Sounds/Gender Noise" wurde im Rahmen des Festivals DIE IRRITIERTE STADT in der Stuttgarter Staatsgalerie präsentiert.
Videoinstallation „Großes Ä, Ö und Ü plötzlich weg!“ und Mikrolesung der Hannsmann-Pothen-Stipendiatinnen Lara Hampe und Vera Sebert 2018, in der Stadtbibliothek Stuttgart.
Ausgehend von Skizzen für verschiedene Computerprogramme und von theoretischer Recherche stellten die beiden Stipendiatinnen die Frage nach der eigenen Souveränität im Kontext von digitaler Technologie. Was verbirgt sich hinter dem in Mode gekommenen Begriff des Algorithmus, der als Projektionsfläche für unterschiedlichste gesellschaftliche Angst- und Zukunftsvisionen herhalten muss? Bewusst wurden manifestierte Grenzen zwischen Literatur, bildender Kunst und Technologie in Frage gestellt und überschritten, um Räume für neue Wahrnehmungsstrategien zu schaffen.
„Hier entsteht mehr Platz“: Sprache im öffentlichen Raum – ein Projekt von Lara Hampe und Vera Sebert während ihres Aufenthalts im Stuttgarter Schriftstellerhaus 2018.
Am Eröffnungsabend des Festivals ECLAT 2017 wurden die Cross-Genre-Performance „DIY or DIE“ und das Live Hörspiel „FRIENDLY FIRE“ der Komponistin Jagoda Szmytka und der Autorin Gerhild Steinbuch uraufgeführt.
In einer spektakulären Vaudeville-Revue zeigte Jagoda Szmytka die Sehnsüchte und Abgründe, die mit unendlicher Freiheit und Grenzenlosigkeit verbunden sind. Gerhild Steinbuch schickte anschließend in „FRIENDLY FIRE“ eine Performerin auf die Suche nach Möglichkeiten, den (Frauen)Körper anders als Unterwerfung zu begreifen.
Die Themen von Steinbuch und Szmytka sind hochaktuell und kreisen um Selbst-Optimierung und -Inszenierung, zeitgenössische Gewalt und ihre Sprachsysteme, Kreativitäts-Hype, das Überschreiten von Grenzen, die Auflösung von Privatheit und der große Einfluss digitaler Medien auf den Menschen.

Hannsmann-Poethen-Literaturstipendium 2024

Für ihr transdisziplinäres, performatives Projekt Zwischenladungen erhalten die Autorin Karosh Taha und die Künstlerin Havîn Al-Sîndy das Hannsmann-Poethen-Literaturstipendium der Landeshauptstadt Stuttgart 2024. Eine Fachjury entschied über die Vergabe des spartenübergreifenden Stipendiums in ihrer Sitzung am 11. Oktober 2023. Um das Stipendium hatten sich 40 Künstler*innen-Tandems beworben. Ursprünglich bestand das Künstlerinnen-Duo aus Esra Canpalat und Havîn Al-Sîndy. Aufgrund des kurzfristigen Ausfalls von Esra Canpalat hat die Jury am 10.01.2024 die Vergabe des Stipendiums an Karosh Taha entschieden als Ersatz für Esra Canpalat und für die Realisierung des Projekts. 

Während des Stipendiums beschäftigen sich Karosh Taha und Havîn Al-Sîndy mit Problematiken von Konzeptualisierungen des Dazwischens. Diskurse um das Thema Hybridität, Inter- und Transkulturalität sollen neu verhandelt und in künstlerischer Form bearbeitet werden. Karosh Taha und Havîn Al-Sîndy werden sich im Februar und März 2024 in Stuttgart aufhalten, im GEDOK-Haus wohnen und arbeiten. Im Herbst 2024 werden sie sich erneut einen vollen Monat für die Finalisierung ihrer Arbeit und Umsetzung des Projekts in Stuttgart aufhalten.

Das Hannsmann-Poethen Literaturstipendium wird im zweijährigen Turnus an ein Künstler*innen-Tandem vergeben. Es umfasst einen Förderbetrag von 15.000 Euro, die Mietkosten für den dreimonatigen Aufenthalt in der GEDOK Stuttgart sowie einen Zuschuss zum Projektbudget in Höhe von maximal 9.000 Euro.

Kulturamt

Neda Pouryekta

Symbolbild Personen-Kontakt
Fachreferentin Literatur und Philosophie

Das könnte Sie auch interessieren

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • Matter Of / Stadt Stuttgart
  • Matthias Fritsch
  • Matthias Fritsch
  • Matthias Fritsch
  • Frank Kleinbach
  • Frank Kleinbach
  • Lara Hampe
  • Martin Sigmund
  • Martin Sigmund
  • Martin Sigmund
  • Havin Al-Sindy
  • Zeki Yildiz / Stadt Stuttgart
  • Peter Palec, Discodöner/Stadtbibliothek Stuttgart
  • LHS Stuttgart - Fotograf Phi Dang
  • Matter Of