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Landeshauptstadt Stuttgart

Kulturpreise und Stipendien

Kompositionspreis der Landeshauptstadt Stuttgart

Die Stadt Stuttgart schreibt seit 1955 jährlich einen Kompositionspreis aus. Ziel des Wettbewerbs ist es, Komponistinnen und Komponisten zu fördern und der zeitgenössischen Musik den Weg ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu ebnen.

Der Kompositionspreis der Landeshauptstadt Stuttgart ist mit insgesamt 12.000 Euro dotiert. Der Preis kann in bis zu zwei Teilen vergeben werden. Eine vom Gemeinderat berufene Jury wählt die Preisträger aus. Die ausgezeichneten Werke werden im darauffolgenden Jahr beim Preisträger­­konzert im Rahmen von  ECLAT Festival Neue Musik Stuttgart aufgeführt – für die Preisträger eine Chance, sich der Öffentlichkeit zu präsentieren und mit einem professionellen Ensemble zusammenzuarbeiten.

Kompositionspreis 2020: Laure H. Hiendl und Matthias Kranebitter

Der 65. Kompositionspreis der Landeshauptstadt 2020 geht an Laure M. Hiendl und Matthias Kranebitter. Laure M. Hiendl wird für „Ten Bullets Through One Hole“ für zwei Stimmen, Live-Elektronik und Live-Video mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Matthias Kranebitter erhält den zweiten Preis für „pitch study no. 1 / contra violin“ für Violine und Stereo Playback. Die Jury hat entschieden, die Preise entsprechend mit 7.000 Euro und 5.000 Euro zu dotieren.

Laure M. Hiendl, Preisträger Kompositionspreis 2020

Laure M. Hiendl arbeitet in den Zwischenbereichen von Konzertmusik, Performance, Musiktheater und Installation. Instrumente und Stimmen werden in Hiendls Arbeiten oft im Verhältnis zu Elektronik und digitalen Prozessen gesetzt und untersuchen dabei das Raum-Zeit-Körper-Verhältnis in Musik als ein immer schon theatrales, performatives und politisches Ereignis. Hiendls Arbeiten wurden bei Festivals und Institutionen wie Bergen Assembly / Parliament of Bodies (Bergen), Ultraschall (Berlin), 3hd Festival (Berlin), Impuls (Graz), Musica Electronica Nova (Breslau), Sacrum Profanum (Krakau), Installakcje Festival (Warschau), The Kitchen (New York), Akademie der Künste (Berlin) von Ensembles wie dem International Contemporary Ensemble (New York), Ensemble KNM Berlin, JACK Quartet (New York), Zafraan Ensemble (Berlin) gezeigt. Laure M. Hiendl promoviert derzeit an der Columbia University in New York bei George E. Lewis über queeres Komponieren.

Matthias Kranebitter, Peisträger Kompositionspreis 2020

Matthias Kranebitter thematisiert in seiner Musik Aspekte unserer Mediengesellschaft mit ihrer Informationsflut. Seine Kompositionen zeichnen sich durch ein hohes Maß an Dichte und Heterogenität aus. Matthias Kranebitter bezieht unterschiedlichste (un)musikalische Materialien zur Enthierarchisierung und Relativierung von Dogmen und Tabus mit ein und arbeitet verstärkt mit Elektronik und neuen Medien. Seine Arbeiten wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet (Gustav-Mahler-Kompositionspreis 2006, Projekt Holland Symfonia Gaudeamus, Austro Mechana 2013, Förderungspreis der Stadt Wien 2014). Matthias Kranebitter arbeitet mit Ensembles wie dem belgischen Nadar Ensemble, Decoder Ensemble Hamburg, Ensemble Mosaik Berlin, Talea Ensemble New York, Ensemble Phace und Klangforum Wien zusammen. Er ist Mitbegründer des Unsafe+Sounds Festivals und künstlerischer Leiter des Black Page Orchestras.

Preisverleihung Kompositionspreis 2019

Am 8. Februar 2020 erhielten die US-amerikanische Komponistin und Klangkünstlerin Ashely Fure und der deutsche Komponist, Medienkünstler und Performer Andreas Eduardo Frank den 64. Kompositionspreis der Landeshauptstadt Stuttgart 2019. Beide wurden mit dem ersten Preis ausgezeichnet, damit verbunden ist ein Preisgeld von je 6.000 Euro. Um den Kompositionspreis hatten sich 70 Komponistinnen und Komponisten mit insgesamt 124 Werken beworben.

Kulturamtsleiter Marc Gegenfurtner übergibt den Kompositionspreis 2019 an Ashley Fure und Andreas Eduardo Frank.

Kulturamtsleiter Marc Gegenfurtner verlieh die Urkunden im ausverkauften Preisträgerkonzert, das im Theaterhaus im Rahmen des Festivals ECLAT stattfand. Andreas Eduardo Frank wurde für sein Werk „Noise is a common sound – I“ (2018) ausgezeichnet. Ashley Fure erhielt den Preis für ihr Werk „Bound to the Bow“ (2016). Neben den preisgekrönten Kompositionen stand auch die Uraufführung von Ashley Fures Komposition „Together Games“ durch das Ensemble Modern und Performerinnen auf dem Programm.

Der Kompositionspreis im Überblick

Der älteste Förderpreis der Landeshauptstadt Stuttgart genießt national ein hervorragendes Renommee – spiegeln doch die prämierten Werke die stilistische Entwicklung der Neuen Musik in Deutschland seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs wider. Die Idee der Ausschreibung stammt vom ehemaligen Kulturamtsleiter Prof. Dr. Hans Schumann. Der erste Kompositionspreis wurde 1955 an Thomas Christian David verliehen, weitere Preisträger aus Stuttgart folgten.

Mit dem Schweizer Rudolf Kelterborn 1961 erhielt zum ersten Mal ein Komponist außerhalb der Region den Kompositionspreis der Landeshauptstadt Stuttgart. Die erste Preisträgerin war 1980 die koreanische, in Deutschland lebende Komponistin Younghi Pagh-Paan.

Die Broschüre "60 Jahre Kompositionspreis der Landeshauptstadt Stuttgart" aus dem Jubiläumsjahr 2015 bietet interessante Einblicke.

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