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Landeshauptstadt Stuttgart

Kulturpreise und Stipendien

Otto-Hirsch-Auszeichnung

Die Otto-Hirsch-Auszeichnung wird jährlich an Persönlichkeiten verliehen, die sich um die christlich-jüdische Zusammenarbeit verdient gemacht haben. Sie ist eine Auszeichnung für Völkerverständigung und Integration.

Die Otto-Hirsch-Medaille wurde 1985 zum 100. Geburtstag von Ministerialrat Dr. Otto Hirsch von der Stadt gemeinsam mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Stuttgart (GCJZ) und der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs (IRGW) gestiftet. Auf Grundlage einer Satzungsänderung wurde 2013 erstmals die Otto-Hirsch-Auszeichnung verliehen. Mit ihr können nicht nur einzelne Persönlichkeiten ausgezeichnet werden, die sich um den christlich-jüdischen Dialog besonders verdient gemacht haben, sondern auch Gruppen und Initiativen aller Religionsgemeinschaften.

Otto-Hirsch-Auszeichnung 2020: Prof. Robert Jütte

Prof. Dr. Dr. h. c. Robert Jütte erhält die Otto-Hirsch-Auszeichnung für "seine national wie international außerordentlich geschätzten journalistischen und wissenschaftlichen Leistungen im Hinblick auf das Judentum und für sein herausragendes Eintreten für die christlich-jüdische Zusammenarbeit sowie für ein gegenseitiges Verständnis der Kulturen und Religionen im Geiste gesellschaftlicher wie religiöser Toleranz".

Prof. Jütte darf als einer der fundiertesten und verdientesten Exponenten im christlich-jüdischen Dialog der Landeshauptstadt Stuttgart gelten, dessen Wirken national und international höchstes Ansehen genießt. Die Otto-Hirsch-Auszeichnung wird Prof. Jütte im Rahmen eines feierlichen Festaktes am 30. März 2021 überreicht.

Der Träger der Otto-Hirsch-Auszeichnung 2020, Prof. Dr. Dr. h. c. Robert Jütte.

Zur Person: Prof. Dr. Dr. h. c. Robert Jütte

Geboren 1954 in Warstein/Westfalen, absolvierte Prof. Jütte ein Studium der Geschichte und Germanistik an den Universitäten Marburg/Lahn, London und Münster/Westfalen, wo er auch promovierte. 1989 habilitierte sich Prof. Jütte in Bielefeld. Von 1983 bis 1989 war er Dozent und später Professor für deutsche Geschichte an der Universität Haifa.

Seit 1990 ist er Leiter des Instituts für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung und Professor für Neuere Geschichte an der Universität Stuttgart. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen "Juden in der Medizin", "Jiddisch und Rotwelsch", die "Geschichte der Emigration" sowie "jüdische Historiker".

Prof. Jütte war 1981 bis 1983 Auslandskorrespondent der Allgemeinen Jüdischen Wochenzeitung in Israel. Im Rahmen dieser Tätigkeit hat sich Prof. Jütte bleibende Verdienste um die Völkerverständigung erworben. Prof. Jütte ist seit 2001 Mitherausgeber von "Aschkenas. Zeitschrift für Geschichte und Kultur der Juden" (Tübingen).

Über viele Jahre war er aktiv in der Vereinigung für Jüdische Studien e. V. (Potsdam), deren Vorsitzender (2001 bis 2006) und Vize-Präsident (2006 bis 2010) er war. Der Gesellschaft zur Erforschung der Geschichte der Juden gehört er seit 1992 an und war von 2007 bis 2011 auch deren Vorsitzender.

Für seine herausragenden Leistungen wurde Prof. Jütte 2010 mit dem "Louis and Bessie Stein Fellowship at the Katz Center for Advanced Judaic Studies Philadelphia" gewürdigt und erhielt 2018 die Ehrendoktorwürde "Doctor of Hebrew Letters" des "Spertus Institute for Jewish Learning and Leadership" in Chicago.

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